Benedikt Stafflinger
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DividendeOhneEnde · 8. Dezember 2019

American States Water

Der Wasserversorger aus Kalifornien

Block 607.211 · 5 Min. Lesezeit

Steckbrief
Ticker
AWR
ISIN
US0298991011
WKN
881720
Land
USA
Branche
Versorger
Sektor
Wasser
Börsenwert
3,1 Mrd. $
Dividendenrendite
1,80 %
Ausschüttung
quartalsweise
Erste Dividende
1931
Status
Dividendenkönig
BDOE-Score21 Punkte
Dividendenrendite
1,8 %
Dividendenwachstum
9,6 %
Ausschüttungsquote
66,8 %
Kurszuwachs
271,2 %
Gewinnwachstum
3,8 %
Umsatzwachstum
2,1 %
Verschuldungsgrad
34,9 %

Der DOE-Score war meine damalige Bewertung aus diesen Kennzahlen, von A (sehr gut) bis E. Stand der Kennzahlen: 11. Oktober 2022, kurz vor dem Ende des Blogs.

Inhalt

Das lukrative Geschäft mit Wasser

Sicher kann man diese Überschrift schnell falsch verstehen. Sauberes Trinkwasser sollte doch ein Grundrecht jedes Menschen sein - ist es aber leider nicht. Immer wieder liest man Artikel über Konzerne, die Wasserquellen privatisieren und anschließend ein sehr lukratives Geschäft damit machen. Und da sind wir auch schnell wieder beim Thema moralisch vertretbarer Investments. Aus meiner Sicht kann man bei der American States Water Company als Aktionär hingegen mit gutem Gewissen sein Geld anlegen.

Die Holdinggesellschaft aus Kalifornien tritt als Wasser- und Stromversorgungsunternehmen auf und versorgt über eine Million Menschen in 9 Bundesstaaten. Die Golden State Water Company, eine der Tochtergesellschaften, stellt hierbei Trinkwasser für mehr als 261.000 Kundenanschlüssen in über 80 Gemeinden bereit. Zudem verteilt man Strom an rund 24.000 Anschlüsse. Und die American States Utility Services Inc. betreibt und wartet Wasser- und Abwassersysteme auf US-Militärbasen.

Die Entstehung und das Geschäftsmodell der American States Water Company

Unsere Geschichte beginnt 1855 in der nordirischen Stadt Belfast, als William Mulholland geboren wird. In den 1870er Jahren wanderte er nach New York City aus, zog aber letztendlich nach Kalifornien. Dort arbeitete er zunächst als Hilfsarbeiter bei der Los Angeles Water Company. Die Wasserversorgung der Stadt war veraltet und befand sich in den Händen des Unternehmers Frederick Eaton. Mulholland wurde dank seiner Wissbegier und der Freundschaft zu Eaton im Jahr 1886 mit der Leitung des Betriebs beauftragt. 1904 reisten die beiden ins Owens Valley, um Wasserrechte zu kaufen. Mit verschiedenen Tricks überlisteten sie die Ortsansässigen und Mulholland konnte 1907 mit dem Bau seines Aquädukts beginnen. Nur dank dieser Wasserleitung konnte Los Angeles wachsen und die heutige Größe erreichen. Der Owens Lake war bereits 1928 vollkommen ausgetrocknet.

Was hat das nun aber mit der American States Water Company zu tun? Nein, aus der Los Angeles Water Company entwickelte sie sich nicht, aber es war eine wichtige Einleitung, um die Verhältnisse besser zu verstehen. Mulhollands Aquädukt war gut, organisierte aber nicht die lokale Verteilung des Wassers, weshalb sich die meisten südkalifornischen Gemeinden dazu entschieden, eigene Wasserwerke zu bauen. Letztendlich beschloss eine Gruppe Chicagoer Investoren einige dieser kleinen Betriebe aufzukaufen und unter einer zentralen Verwaltung mit privater Finanzierung zu betreiben. Am 16. April 1928 gründeten sie ihre Holdinggesellschaft namens American States Public Service Company. Sie hatten die Absicht, in Versorgungsunternehmen in ganz Amerika zu investieren, wurden aber schnell auf den südkalifornischen Wassermarkt aufmerksam. Der Ingenieur John C. Rath wurde entsandt, mit der Befugnis kleinere Wasserwerke zu kaufen. Innerhalb von 8 Monaten kaufte er 33 Anlagen für insgesamt 5,8 Millionen Dollar. Seine bedeutendste Akquisition war der Kauf der Los Angeles Water Service Company in Höhe von 640 Tausend US-Dollar. Als Rath mit anderen Tätigkeiten beauftragt wurde, übergab er die Leitung an den jungen Sanitäringenieur Cornelius Prugh Harnish. Dank seines Fachwissens konnte man die Wasserqualität der Anlagen erheblich verbessern. Zu diesem Zeitpunkt hatte man bereits 43.000 Kunden in 31 Gemeinden. Die Systeme wurden fortlaufend ausgeweitet und modernisiert. Erst im Jahr 2005 bündelte man alle kalifornischen Anlagen unter dem neuen Namen Golden State Water Company.

Um das Geschäft weiter auszubauen, beschäftigte man sich auch schon früh mit Elektrizitätsversorgern. So übernahm man im Jahr 1938 das Unternehmen Bear Valley Electric Service Company. Dieser Energielieferant versorgt das Big Bear Valley in den San Bernardino Mountains mit Strom. Von 147 Kunden im Jahr 1938 konnte man die Zahl bis heute auf über 24.000 Kunden steigern. 1998 gründete man die American States Utility Services Inc. und schloss verschiedene Dienstleistungsverträge mit der US-Regierung, die teilweise eine Laufzeit von über 50 Jahren vorweisen. Hier kümmert man sich um die komplette Wasserversorgung und Abwasserentsorgung auf inzwischen über 10 Militärbasen verteilt in den USA. Die American States Water Company ist zwar eher ein kleinerer Marktteilnehmer im Vergleich zur Konkurrenz, dafür glänzt man aber mit einer erstklassigen Dividendenpolitik.

Was kommt noch alles in Zukunft bei American States Water?

Fakt ist Wasser, genauer gesagt Süßwasser, ist lebensnotwendig. Ohne Wasser ist kein Leben möglich - wir benötigen es, um unseren Durst zu stillen, um unsere Pflanzen zu gießen oder unsere Tiere zu versorgen. Und außer Frage steht auch, dass Wasser ein knappes und kostbares Gut ist, das auch in nächster Zeit nicht plötzlich übermäßig zur Verfügung stehen wird. Im Gegenteil: der Wasserbedarf wird weiter deutlich ansteigen. Zum einen liegt das natürlich an der stetig steigenden Weltbevölkerung. Auch wenn wir nicht mehr die hohen Geburtsraten wie noch vor einigen Jahrzehnten haben, wird die Anzahl der Menschen doch noch eine Weile ansteigen. Außerdem steigt mit steigendem Wohlstand auch die Nachfrage nach Wasser. Gerade in Industrieländern wird aktuell enorm viel Wasser verbraucht. Zu guter Letzt trägt auch noch der Klimawandel dazu bei, dass die Nachfrage nach Trinkwasser in nächster Zeit steigen wird. Viele Regionen haben bereits heute mit Dürren und Trockenheit zu kämpfen, auch der Sonnenstaat Kalifornien kann hiervon ein Liedchen singen. Eine stabile Wasserversorgung wird hier also immer wichtiger.

Für das Unternehmen American States Water sehe ich aber eine sehr positive Zukunft voraus. Sicher wird man auch in Zukunft weitere Anlagen aufkaufen, um sich noch breiter aufzustellen. Unwahrscheinlich ist auch, dass die Preise für Trinkwasser in nächster Zeit fallen werden. Langfristig wird Wasser immer knapper und wichtiger und somit auch immer teurer.

Lohnt sich die Aktie für Dividendeninvestoren?

Ihre erste Dividende schüttete American States Water bereits im Jahr 1931 aus. Seit 1954 wird diese Gewinnausschüttung sogar jährlich angehoben. Somit darf sich der Wasserversorger zu den beliebten Dividenden Königen zählen. Die Dividendenrendite beträgt aktuell rund 1,4 Prozent und die Dividendensteigerungsrate (betrachtet auf 10 Jahren) liegt bei 8,8 Prozent. Damit macht man als Investor zwar keine Luftsprünge, aber es handelt sich hierbei um eine stabile Dividende, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft noch weiter steigen wird. Die Ausschüttungsquote ist mit rund 53% vollkommen in Ordnung.

Fazit:
Wasser ist unsere Lebensgrundlage und diese wird in Zukunft noch um einiges wichtiger werden. American States Water ist jedenfalls gut gewappnet und wird stetig am Ausbau und der Weiterentwicklung seiner Anlagen arbeiten. Mit langfristigen Verträgen mit der US-Regierung wird man auch noch lange gutes Geld verdienen. Wer also ein langweiliges, aber zukunftssicheres Investment sucht, ist hier meiner Meinung nach gut aufgehoben.

Epilog · 1. November 2026

Was daraus wurde

Seit diesem Artikel sind 6 Jahre und 10 Monate vergangen. Hätte man am Tag der Veröffentlichung 1.000 € investiert, stünde man heute hier:

American States Water, inkl. Dividenden1.139 €
Dieselben 1.000 € in Bitcoin10.773 €

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8. Dezember 2019heute
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