Benedikt Stafflinger
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DividendeOhneEnde · 26. Januar 2020

Hasbro

Ein verspieltes Investment

Block 614.626 · 6 Min. Lesezeit

Steckbrief
Ticker
HAS
ISIN
US4180561072
WKN
859888
Land
USA
Branche
Konsum zyklisch
Sektor
Freizeitprodukte
Börsenwert
9,5 Mrd. $
Dividendenrendite
4,10 %
Ausschüttung
quartalsweise
Erste Dividende
1981
Status
Dividendenanwärter
CDOE-Score15 Punkte
Dividendenrendite
4,1 %
Dividendenwachstum
5 %
Ausschüttungsquote
71,6 %
Kurszuwachs
77,7 %
Gewinnwachstum
-7,3 %
Umsatzwachstum
5 %
Verschuldungsgrad
31,4 %

Der DOE-Score war meine damalige Bewertung aus diesen Kennzahlen, von A (sehr gut) bis E. Stand der Kennzahlen: 11. Oktober 2022, kurz vor dem Ende des Blogs.

Inhalt

Eine Welt ohne Spiele? Nein danke!

Jap, das Leben ist ein Spiel - und letzte Woche musste ich leider mal eine Runde aussetzen. Aufmerksame Leser haben es sicher bemerkt, letzten Sonntag kam kein Artikel von mir online. Das lag daran, dass mich eine lästige Grippe komplett flach legte. An dieser Stelle "Sorry!", dass ich euch das nicht irgendwie mitteilen konnte. Diese Woche stelle ich euch dafür ein super interessantes und gleichzeitig auch ein etwas verspieltes Unternehmen vor.

Hasbro ist ein weltweit agierendes Spielzeug-, Brettspiel- und Unterhaltungsunternehmen, das unter anderem beliebte und bekannte Brettspiele wie Das Spiel des Lebens, Cluedo, Risiko oder natürlich Monopoly vertreibt. Abgesehen von Brettspielen bietet das Unternehmen auch viele Spielzeuge für Klein und Groß an. Neben Play-Doh-Knete und Nerf-Pistolen gibt es auch My Little Pony Spielzeug und Star Wars Actionfiguren. Doch wie wurde das Unternehmen so groß und lohnt sich hier eine nähere Betrachtung für uns Aktionäre?

Die Entstehung und das Geschäftsmodell der Hasbro Inc.

Der heutige Spielzeuggigant Hasbro findet seinen Ursprung im Jahr 1923, als sich die drei Brüder Herman, Hillel und Henry Hassenfeld zusammenschlossen, um im gemeinsamen Textilgeschäft zu arbeiten. Die 3 Geschwister mit polnisch-jüdischen Wurzeln verkauften zuerst nur Stoffreste, bis sie daraus Mitte der 1920er-Jahre Hut- und Bleistiftkastendeckel fertigten. Als sie den Erfolg ihrer Federmäppchen bemerkten, stellten sie ihre ersten 8 Mitarbeiter (alles Familienmitglieder) ein, um mehr produzieren zu können. Außerdem gründeten sie im Jahr 1926 gemeinsam die Hassenfeld Brothers Inc.. Kurze Zeit später beteiligte sich Hilal aber an einem anderen Textilunternehmen und Henry übernahm die Leitung der eigenen Firma. Er war ein harter, aber auch sehr kluger Geschäftsmann, sodass sein Unternehmen selbst in der Weltwirtschaftskrise 1929 weitere Mitarbeiter einstellen und auch den Gewinn deutlich steigern konnte. Zu dieser Zeit produzierten sie neben Federmäppchen auch Stoffbeutel mit Reißverschlüssen, die bereits mit Schulmaterial befüllt waren. Als 1935 ein Bleistiftlieferant die Preise erhöhen und selbst in das Federmäppchen-Business einsteigen wollte, entschied man sich eine eigene Bleistiftproduktion aufzubauen. Dieses Geschäft sollte für die nächsten 45 Jahre stabile Einkünfte sicherstellen (1980 spaltete man diesen Geschäftszweig vom Konzern ab).

Gegen Ende der 1930er-Jahre erweiterten die Gebrüder Hassenfeld ihr Produktportfolio. So brachte man neben ersten medizinischen Sets für Krankenschwestern und Ärzte auch eine Modelliermasse auf den Markt. Während des Zweiten Weltkriegs vermarktete das Unternehmen ein Kinder-Luftschutzset mit Spielzeuggasmasken. Als man den profitablen Markt der Spielzeuge für sich entdeckte, entschied man intensiv in die Kunststoffindustrie zu investieren. Als Merill Hassenfeld, Henrys Sohn und Präsident des Familienunternehmens, einmal seine Tochter dabei beobachtetet, wie sie sich mit Süßigkeiten schminkte, war für ihn schnell klar, dass sie ein eigenes Kinder-Schminkset auf den Markt bringen müssten. 1952 landete man mit Mr. Potato Head seinen ersten großen Spielzeugverkaufsschlager und schaltete nun auch erstmals Fernsehwerbung, die direkt an Kinder gerichtet war. In den folgenden Jahren wurde man ein wichtiger Lizenznehmer verschiedener Disney-Figuren. Um für Jungen, die natürlich nicht mit Puppen spielen wollten, eine Action-Figur auf den Markt zu bringen, stellte man 1964 G.I. Joe vor. Auch dieses Spielzeug wurde schnell zum absoluten Verkaufshit.

Ab dem Jahr 1968 kürzte man seinen Firmennamen zu Hasbro Industries und ging nun auch als Aktiengesellschaft an die Börse - wenn auch nur mit einem kleinen Teil. Der große Teil des Unternehmens war weiterhin in Familienhand. Außerdem baute man sein Spielwarengeschäftsfeld stetig weiter aus und versuchte sich selbst an einer eigenen Kindergartenkette. Doch als dieser Plan scheiterte und auch mehrere Spielzeuge verboten wurden, musste man sich wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren. 1984 übernahm man mit der Milton Bradley Company einen großen Brettspielhersteller. 1991 folgte auch der Monopoly-Vertreiber Parker Brothers. Über die Jahre hinweg folgten noch einige weitere kluge Akquisitionen und man konnte seine Stellung als eines der weltweit größten Spielwarenunternehmen festigen. Heute ist man aus dieser Branche nicht mehr wegzudenken ...

Wie werden die Geschäfte von Hasbro zukünftig weiterlaufen?

Schaut man sich die Spielwarenbranche an, stellt man schnell fest, dass die Stimmung hier definitiv angespannt ist. Kinder und Jugendliche spielen hauptsächlich Videospiele auf einer Konsole oder auf dem Smartphone. "Altmodische" Brettspiele sind hier einfach nicht mehr zeitgemäß. Dass die gesamte Branche zu kämpfen hat, sieht man auch am Einzelhändler Toys „R“ Us, der im Jahr 2017 in die Insolvenz schlitterte. Natürlich bekamen auch die großen Hersteller wie Mattel, Lego, Playmobil oder eben Hasbro die Folgen dieses Insolvenzantrages zu spüren. Jetzt startet Toys "R" Us mit einem neuen Konzept einen Wiederbelebungsversuch. Man möchte sich von einem einfachen Spielzeugladen hin zu einem Erlebnisladen wandeln. Kinder sollen Spielzeuge gemeinsam mit den Verkäufern austesten können - so lassen sich sicher Fehlkäufe minimieren. Genau das, sehe ich als riesigen Vorteil gegenüber reinen Online-Händlern, wie beispielsweise Amazon. Auch Hasbro hat reagiert und versucht vermehrt auf digitale Produkte und Projekte zu setzen. Außerdem vermischt man immer häufiger gut laufende Marken und kreiert so neue Produktlinien. Ein gutes Beispiel hierfür sind die ganzen verschiedenen Monopoly-Editionen.

Erinnert ihr euch noch an meinen Artikel über die Walt Disney Company? Hier habe ich angeführt, dass der Unterhaltungskonzern haufenweise Rekorde mit seinen Filmen knackt. Avengers oder Star Wars sind extrem erfolgreich laufende Filmreihen. Natürlich verkaufen sich dann auch im selben Atemzug Actionfiguren oder Merchandise-Produkte von Hasbro. Und hier ist auch noch lange kein Ende in Sicht. Disney plant noch eine ganze Reihe von neuen Filmen, das wird sicher auch die Aktie unseres heutigen Kandidaten weiter vorantreiben. Neben Disney profitiert Hasbro aktuell aber auch von Netflix. Hier fädelte man einen Deal zur Verfilmung des beliebten Fantasy-Kartenspiels Magic: The Gathering ein.

Fakt ist aber auch, dass der Markt in Nordamerika und Europa langsam etwas gesättigt ist. Die großen Wachstumschancen schlummern definitiv in den Entwicklungsländern. Hier steigt aktuell der Wohlstand und mehr und mehr Familien können ihren Kindern attraktive Spielwaren kaufen. Gerade in Asien, Lateinamerika und Osteuropa sollte man sich hier verstärkt aufstellen, um sich diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Des Weiteren nutzt Hasbro auch immer mehr die Möglichkeit, seine Produkte über Social-Media-Kanäle zu verbreiten. Man muss nun mal da sein, wo sich seine Kunden aufhalten ...

Zu guter Letzt stellt sich der Konzern Hasbro immer breiter auf, um schwächelnde Geschäftsfelder leichter wegzustecken. Für stolze vier Milliarden US-Dollar kaufte man sich die kanadische TV-Produktionsfirma Entertainment One. Neben Kinderserien wie Peppa Wutz ist man nun auch Inhaber von Death Row Records - dem Label in dem einst Hip-Hop Größen wie Dr. Dre, Snoop Dogg oder auch 2Pac unter Vertrag standen. Eine breitere Diversifikation ist stets sinnvoll.

Und wie gehts mit der Dividende weiter?

Seit dem Jahr 1981 erhalten Aktionäre des Spielwarenkonzerns Hasbro eine Gewinnausschüttung in Form von Dividenden. Allerdings schaffte es das Unternehmen nicht, die Dividende regelmäßig zu erhöhen. Im Jahr 2001 musste sie gekürzt werden und im Jahr 2006 blieb sie im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Man darf sich also erst in einem weiteren erfolgreichen Jahr zum Dividendenadel zählen. Aktuell gibt es eine Dividendenrendite von 2,6 Prozent. Da zuletzt aber der Gewinn etwas eingebrochen ist, liegt hier die Ausschüttungsquote momentan bei 132 Prozent. Das sollte man definitiv im Auge behalten ...

Fazit:
Hasbro ist ein breit aufgestellter Spielzeug- und Unterhaltungskonzern, der mit beliebten Brettspielen, Actionfiguren und weiteren Spielzeugen sehr gutes Geld verdient. Man profitiert von erfolgreichen Filmen und Serien und ist für die Zukunft super gewappnet. Vor allem Aktionäre mit eigenen Kindern sollten sich dieses Unternehmen mal etwas genauer anschauen.

Epilog · 1. November 2026

Was daraus wurde

Seit diesem Artikel sind 6 Jahre und 9 Monate vergangen. Hätte man am Tag der Veröffentlichung 1.000 € investiert, stünde man heute hier:

Hasbro, inkl. Dividenden1.460 €
Dieselben 1.000 € in Bitcoin8.227 €

Bitcoin lag vorne.

1.000 €, investiert am Tag dieses Artikels
26. Januar 2020heute
  • Hasbro, inkl. Dividenden:
  • Dieselben 1.000 € in Bitcoin:
Wochenkurse inklusive reinvestierter Dividenden, ohne Gebühren und Steuern. Stand: 1. November 2026.

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