Benedikt Stafflinger
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DividendeOhneEnde · 22. März 2020

LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton

Der Luxus-König aus Frankreich

Block 622.535 · 6 Min. Lesezeit

Steckbrief
Ticker
MC.PA
ISIN
FR0000121014
WKN
853292
Land
Frankreich
Branche
Konsum zyklisch
Sektor
Textil - Kleidung
Börsenwert
303,8 Mrd. $
Dividendenrendite
1,70 %
Ausschüttung
halbjährlich
Erste Dividende
1993
Status
Dividendenanwärter
ADOE-Score28 Punkte
Dividendenrendite
1,7 %
Dividendenwachstum
21,3 %
Ausschüttungsquote
37,9 %
Kurszuwachs
391,2 %
Gewinnwachstum
23,6 %
Umsatzwachstum
12,5 %
Verschuldungsgrad
27,5 %

Der DOE-Score war meine damalige Bewertung aus diesen Kennzahlen, von A (sehr gut) bis E. Stand der Kennzahlen: 11. Oktober 2022, kurz vor dem Ende des Blogs.

Inhalt

Profiteur des Mode-Hypes

Innerhalb der letzten Woche hat sich die Lage des Covid-19-Virus und somit auch die Lage der Börsen nicht wirklich verbessert. Ganz im Gegenteil, der S&P 500 Index ging erneut 15 Prozent nach unten. New York, da wo die Musik der Börse spielt, wurde zur Geisterstadt. Corona wird uns und die gesamte Weltwirtschaft also definitiv noch eine ganze Weile im Schwitzkasten festhalten. Uns Investoren und Dividendenjägern stehen spannende Zeiten und wunderbare Einstiegschancen bevor. Jetzt in der Krise wird die Spreu vom Weizen getrennt - oder wie André Kostolany sagen würde: In Krisenzeiten wandern die Papiere von den Zittrigen in die Hände der Hartgesottenen.

Widmen wir uns heute mal den schönen Dingen zu. Moët Champagner, Louis Vuitton Taschen, Givenchy Kleidern oder bald auch Tiffany Ketten. Als investierter LVMH-Aktionär freut man sich dann gleich doppelt, wenn man sich oder seinen Liebsten mal etwas Luxus gönnt.

Die Entstehung und das Geschäftsmodell der LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SE

Am 04. August 1821 wurde Louis Vuitton in Ostfrankreich geboren. Obwohl sein Vater dagegen war, machte sich Louis im Alter von nur 14 Jahren auf den Weg nach Paris. Da er kein Geld hatte, ging er die 441 Kilometer Strecke zu Fuß. Um sich finanziell über Wasser zu halten, führte er in verschiedenen Ortschaften kleinere Tätigkeiten aus. Im Jahr 1837, als er in Paris ankam, begann er seine Ausbildung beim Gepäckhersteller Monsieur Maréchal. Dieser erkannte schnell Vuittons Talent und dessen Ehrgeiz. So wurde er auch exklusiver Kofferpacker der Kaiserin Eugénie de Montijo. Das Hauptverkehrsmittel war damals noch die Kutsche. Und da die Koffer meist auf dem Dach festgespannt wurden, hatten sie eine Wölbung, sodass Regenwasser leichter abfließen konnte. Mit der fortlaufenden Industrialisierung wurde allerdings die Eisenbahn zunehmend zum Hauptverkehrsmittel. Koffer mussten gestapelt werden - hier war die Wölbung natürlich unpraktisch. Also entschied sich Vuitton 1854, im Alter von 33 Jahren, sein eigenes Geschäft mitten in Paris zu eröffnen: Louis Vuitton Malletier (Französisch für Kofferhersteller).

Seine Koffer waren flach, leicht und luftdicht und wurden bereits innerhalb weniger Jahre zu einem weltweit anerkanntem Statussymbol für die Reichen und Schönen. 5 Jahre später eröffnete Vuitton seine erste Fabrik in einem Pariser Vorort - dort fertigten 20 Mitarbeiter seine Koffer. Während das Koffergerüst aus einem Holz-Metall-Konstrukt bestand, verwendete man für die Oberfläche einen mit Roggenmehl imprägnierten Leinen-Stoff. Um der zunehmenden Nachfrage hinterherzukommen, eröffnete Vuitton im Jahr 1885 seinen ersten Laden außerhalb Frankreichs, nämlich mitten in London. Gemeinsam mit seinem Sohn Georges Ferréol entwickelte er ein neuartiges Kofferschloss und führte außerdem das bekannte schachbrettartige Muster ein, das bis heute noch verwendet wird. Im Alter von 71 Jahren verstarb Louis Vuitton und sein Sohn übernahm das Geschäft.

Auf der Weltausstellung in Chicago, im Jahr 1893, präsentierte er die angewachsene Produktpalette. Neben großformatigen Schrankkoffern und Kabinenkoffern für Schiffsreisende wurden unter anderem auch kofferartige Hutschachteln vorgestellt. Auf der Messe fielen ihm aber auch die vielen Nachahmerprodukte auf, sodass er sich entschied, die Initialen seines Vaters "LV" auf die meisten seiner Produkte aufzudrucken. Die Geschäfte liefen blendend und man konnte viele neue Geschäftsstandorte eröffnen. Über die Jahre wurde auch das Produktsortiment um Handtaschen, um Accessoires, wie Geldbörsen, Schals, Handschuhe oder Gürtel, aber auch um Uhren, Schmuck und Parfüm erweitert. 1987 fusionierte man mit dem Unternehmen Moët Hennessy. Der erfolgreiche Champagnermarktführer Moët & Chandon fusionierte 1971 mit dem Cognacproduzenten Hennessy. Als gemeinsamer neuer Konzern LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton ist man weltweiter Branchenführer der Luxusgüterindustrie. Aktuell umfasst das Markenportfolio von LVMH 75 verschiedene Marken, die sowohl online als auch in den global verteilten (70 Länder) 4.915 Boutiquen vertrieben werden. Zu den Marken gehören natürlich Louis Vuitton, Moët und Hennessy, aber auch Fendi, Christian Dior, Bvlgari, Givenchy, Dom Pérignon, Tag Heuer oder Hublot und noch viele weitere.

Wie wird sich LVMH in Zukunft entwickeln?

Grundsätzlich verfügt LVMH über einen massiven Burggraben. Mit seinen vielen Marken, in den verschiedenen Geschäftsfeldern ist man super breit diversifiziert und kann so Schwächephasen einzelner Marken locker abfangen. Natürlich gibt es auch Konkurrenten im Luxussegment: hier sind Kering (Gucci oder Alexander McQueen), Hermès und Prada zu nennen. Allerdings sind die 3 Konzerne längst nicht so gut aufgestellt, wie LVMH. Der Luxusriese zählt zu den teuersten europäischen Unternehmen, gemessen an der Marktkapitalisierung. Kein Wunder, dass der langjährige CEO des Konzerns Bernard Arnault zu den vermögendsten Menschen der Welt gehört.

Das französische Unternehmen verfolgt das Ziel, die exklusivsten und rarsten Luxusmarken zu besitzen. Hier ist man definitiv auf einem sehr guten Weg, schließlich soll Mitte 2020 auch die Akquise des Juweliers Tiffany & Co. final abgeschlossen sein. Die 14,7  Milliarden Euro schwere Übernahme ist damit die größte der Konzerngeschichte (bis jetzt). Mit dem Edeljuwelier baut LVMH weiter sein Schmucksegment aus. Tiffany, mit seinen Diamanten und den weltberühmten türkisblauen Geschenkboxen, erwirtschaftet in rund 300 Geschäften weltweit rund 4,2 Milliarden US-Dollar.

LVMH profitiert auch vom demografischen Wandel und dem Mode-Hype. Auch, wenn ich es persönlich verrückt finde, wenn sich Jugendliche teure Luxusmarken kaufen, ist das nun mal gerade Stand der Dinge. Jeder möchte einfach zeigen, was er hat. Sehr gut beobachten kann man das auch in aufstrebenden Ländern, wie Indien und China. Dort kann LVMH aktuell seinen Umsatz am stärksten steigern. In ganz Asien erwirtschaftet der Konzern mit rund 37% des Gesamtumsatzes den größten Teil des Kuchens. 24% in den USA, 28% in Europa (alleine 9% im Heimatland Frankreich) und weitere 11% in den restlichen Ländern.

Doch, wie wird das Geschäft jetzt in der Coronakrise weiterlaufen?

Ja, ganz sicher, wird man die wirtschaftlichen Folgen der Krise zu spüren bekommen. Man siehe sich nur mal oben den Aktienchart an. Von über 414€ in der Spitze stürzte man bis heute (22.03.2020) auf 311€. Doch gerade die Krisen erwiesen sich in der Vergangenheit als tolle Einstiegschancen. Kaufte man 2008/2009 die LVMH-Aktie realisierte man bis heute einen Gewinn von sage und schreibe 680% (noch am 2. März waren es übrigens knapp 1.000%) - wohlgemerkt ohne Dividende. Schaut man sich mal die Umsatzzahlen während der Finanzkrise an, stellt man fest, dass diese trotzdem weiterhin gewachsen sind. Das ist ziemlich beeindruckend und ich bin gespannt, wie es dieses Mal aussieht ...

Noch eine kleine Information am Rande: Aktuell produziert man in den Fabriken, in denen eigentlich Parfüm hergestellt wird, Desinfektionsmittel, das anschließend kostenlos an Gesundheitseinrichtungen in ganz Frankreich ausgeliefert wird.

Und wie sieht es mit der Dividende aus?

Eine Gewinnausschüttung in Form von Dividenden erhalten Aktionäre von LVMH bereits seit dem Jahr 1993. Allerdings wird die Dividende erst seit 2009 jährlich angehoben, weshalb man sich noch nicht als Dividendenaristokrat betiteln darf. Die aktuelle Dividendenrendite liegt zwar mit 1,99% nicht sonderlich hoch, dafür wird diese aber stark gesteigert - Durchschnittswert der letzten 10 Jahre liegt bei 13,1% und bei 5 Jahren bei 16,3%. Die Ausschüttungsquote liegt mit knapp 44% auch noch voll im grünen Bereich.

Fazit:
Wenn ich mich für Luxus entscheiden müsste, dann wäre es vermutlich die LVMH-Aktie. Der Konzern ist bestens aufgestellt. Man verfügt über ein breit gefächertes Markennetz, das global vertrieben wird und auch die Zukunftsaussichten des Unternehmens sind sehr positiv. Wer seinem Depot also etwas Luxus hinzufügen möchte, kann jetzt mit Sonderrabatt zugreifen.

Epilog · 1. November 2026

Was daraus wurde

Seit diesem Artikel sind 6 Jahre und 7 Monate vergangen. Hätte man am Tag der Veröffentlichung 1.000 € investiert, stünde man heute hier:

LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton, inkl. Dividenden1.395 €
Dieselben 1.000 € in Bitcoin12.793 €

Bitcoin lag vorne.

1.000 €, investiert am Tag dieses Artikels
22. März 2020heute
  • LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton, inkl. Dividenden:
  • Dieselben 1.000 € in Bitcoin:
Wochenkurse inklusive reinvestierter Dividenden, ohne Gebühren und Steuern. Stand: 1. November 2026.

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