Benedikt Stafflinger
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DividendeOhneEnde · 17. November 2019

Microsoft

Der Computer-Monopolist

Block 604.197 · 5 Min. Lesezeit

Steckbrief
Ticker
MSFT
ISIN
US5949181045
WKN
870747
Land
USA
Branche
Technologie
Sektor
Software/IT Dienste
Börsenwert
1.729,8 Mrd. $
Dividendenrendite
1,10 %
Ausschüttung
quartalsweise
Erste Dividende
2003
Status
Dividendenadel
ADOE-Score28 Punkte
Dividendenrendite
1,1 %
Dividendenwachstum
10,1 %
Ausschüttungsquote
25,7 %
Kurszuwachs
679,9 %
Gewinnwachstum
27,3 %
Umsatzwachstum
16,4 %
Verschuldungsgrad
21,5 %

Der DOE-Score war meine damalige Bewertung aus diesen Kennzahlen, von A (sehr gut) bis E. Stand der Kennzahlen: 11. Oktober 2022, kurz vor dem Ende des Blogs.

Inhalt

Vom Verkehrssünder zum Multi-Milliardär

Liest du diesen Artikel hier auf deinem Handy oder sitzt du gerade vor deinem Computer? Während der Smartphone-Betriebssystem-Markt ganz klar von Android (Google) und iOS (Apple) dominiert wird, gibt es im Desktop-Bereich einen mit Abstand führenden Monopolisten - Windows (Microsoft). Zwar ist diese Zahl in der Tat rückläufig, dennoch nutzen aktuell 8 von 10 Rechnern das Betriebssystem von Bill Gates. Microsoft ist heute aber deutlich mehr als "nur" Windows. Das Cloud-Geschäft wächst momentan enorm und mit Künstlicher Intelligenz hat sich der Hightech-Konzern bestens für die Zukunft gewappnet.

Nach Platzen der Dotcom-Blase brauchte die Computer-Aktie sehr lange, um wieder anzusteigen. In dieser Zeit glaubten nur die Wenigsten an die Zukunft von Microsoft und die Aktie lief seitwärts. Es dauerte ganze 17 Jahre, das alte Allzeithoch vom Dezember 1999 zu überwinden. Seit 2013 läuft das Geschäft aber wieder wie am Schnürchen. Grund genug, uns heute mal mit dem Unternehmen etwas intensiver zu befassen.

Die Entstehung und das Geschäftsmodell der Microsoft Corp.

Im Oktober 1955 wurde William „Bill“ Henry Gates III in Seattle geboren. Sein Vater war ein renommierter Rechtsanwalt und seine Mutter arbeitete als Lehrerin. Er wuchs in einer wohlhabenden Gegend auf und wurde schon recht früh zu einem ehrgeizigen Jungen erzogen. Seinen Kampfgeist trainierten seine Eltern mithilfe verschiedener Spiele. In der Schulzeit bemerkten die Lehrer schnell, dass Bill deutlich begabter war, als seine Mitschüler. Sein Intelligenzquotient wurde auf stolze 160 geschätzt. Als er die Lakeside School besuchte, fand man ihn meistens im Computerraum mit seinem neuen Freund Paul Allen. Damals waren Computer noch riesig und nicht für den Heimgebrauch geeignet. Bill war fasziniert von diesen Geräten und lernte alles über sein neues Hobby. Schnell lernte er das Programmieren und stellte sein erstes eigenes Software-Programm fertig: Tic-Tac-Toe. Im Alter von nur 14 Jahren gründete er zusammen mit Paul das Software-Unternehmen Traf-O-Data. Ihr erster Auftrag war ein System zur Messung von Verkehrsströmen, das auf einem Intel-Chip programmiert wurde und 20.000 $ einbrachte. Kurze Zeit darauf folgte eine Stundenplan-Software, die ihren Lehrern viel Zeit und Nerven sparte.

Im Jahr 1973 zog Bill an die Ostküste nach Boston, um an der Harvard University Rechtswissenschaften zu studieren. Seine Eltern glaubten nicht an dieses neuartige Computer-Zeug und wollten, dass er in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Er hingegen erkannte die unzähligen Möglichkeiten, die sich mit Computern in nächster Zeit ergaben. Im Dezember 1974 brachte der Hersteller MITS den Altair 8800, den ersten Heimcomputer, auf den Markt. Allerdings wurden die Geräte ohne Betriebssystem geliefert. Bill und Paul erkannten ihre Chance und entwickelten innerhalb weniger Wochen ein nutzbares System und reichten es beim Hersteller ein. Einige Monate später gründeten sie das Unternehmen Microsoft Corporation (Abkürzung von: Microcomputer Software). Hierfür brach Bill sein Studium ab und zog mit Paul nach Albuquerque, New Mexico. Das Bild oben zeigt übrigens den 22-jährigen Bill, nachdem er wegen Verkehrsraserei festgenommen wurde. Er meinte, dass er beim Autofahren leichter abschalten konnte. Im selben Jahr der Festnahme, also 1977, brachten Texas Instruments, Apple Computers, Commodore und Radio Shack eigene Heimcomputer mit dem Betriebssystem Microsoft Basic auf den Markt. Während sie 1978 ihr erstes Verkaufsbüro in Japan eröffneten, überschritt der Jahresumsatz der Firma zum ersten Mal die Millionengrenze. Ein Jahr später läuft das Betriebssystem bereits auf 200.000 Rechnern und der Umsatz wurde verdoppelt. Neben einem Großauftrag von IBM arbeitete das Team auch am neuen System Windows 1.0. Später folgten erste Hardware-Produkte, wie eine Computer-Maus. Das Geschäft wuchs rapide und stets überraschte der Konzern mit neuen Innovationen.

Heute gehört Microsoft unumstritten zu den Global-Playern im PC-Business. Das Geschäft lässt sich hauptsächlich in 3 Segmenten aufteilen: Privatanwender (Windows, Xbox, Bing, Surface-Rechner), Produktivität (Office-Programme, LinkedIn, Skype, GitHub) und das Cloud-/Servergeschäft (Azure, OneDrive, SQL-Server). Man ist also breit aufgestellt, um auch schlechtere Marktphasen leichter wegzustecken. Der Jahresumsatz beläuft sich für 2019 auf rund 126 Milliarden US-Dollar.

Wie wird das Geschäft zukünftig weiterlaufen?

Eins kann man mit Gewissheit sagen: Bei Microsoft wird es erstmal nicht langweilig. Ich denke, wir stecken immer noch in den Kinderschuhen, was Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, Cloudlösungen und Computer im Allgemeinen angeht. Alleine wie schnell momentan das Cloudgeschäft wächst, lässt Aktionärsherze höher schlagen. Der Gesamtgewinn, des im September abgeschlossenem Geschäftsquartal, kletterte um 21 Prozent auf 10,7 Mrd. Dollar. Alleine die Erlöse der Cloud-Dienste wuchsen um stolze 30 Prozent. Zuletzt konnte man hier einen Riesenauftrag des Pentagons an Land ziehen. Man solle die komplette IT-Landschaft des US-Verteidigungsministeriums grunderneuern und modernisieren.

Im Oktober starteten die Verkäufe der neuen Surface-Modelle. Im Laufe der nächsten Woche (19.11.2019) soll zudem das Surface Pro X auf den Markt kommen. Auch hier läuft das Geschäft bestens: zuletzt konnte man die Gewinne um 26 Prozent steigern. In dieser Statistik (hier klicken) sieht man die langfristig steigenden Umsätze mit Microsofts Surface-Tablets. Die neuen Verkaufszahlen sind hierbei noch nicht mitberücksichtigt. Nach und nach wird das Unternehmen den Support für alte Windows 7 Rechner einstellen, sodass diese über kurz oder lang auf das neuere Windows 10 upgraden. Gerade bei so einer Umstellung kann es sich lohnen, sich ein neueres Gerät anzuschaffen.

Bei Microsofts Office-Programmen geht der Konzern aktuell dazu über, ein Abomodell anzubieten. Für den Konzern sind das laufende und vor allem besser planbare Umsätze. Viel Geld verdient man hier hauptsächlich mit Geschäftskunden - Outlook, Word, Excel und Powerpoint sind einfach nicht aus dem Büroalltag wegzudenken.

Nennenswert ist außerdem Microsofts Vorhaben, wieder in das Smartphone-Geschäft einzusteigen. Als man 2013 die Handysparte von Nokia übernahm, war man noch voller Euphorie. Allerdings stellte sich genau diese Übernahme leider als Pleite heraus. Aufgeben ist für den Konzern allerdings keine Option, daher arbeitet man aktuell am klappbarem Doppel-Display Smartphone Surface Duo. Es soll Ende 2020 auf den Markt kommen.

Und wie läuft's mit der Dividende?

Ähnlich wie Amgen letzte Woche, brauchte auch Microsoft erst mal eine gewisse Zeit, um seine Geschäfte zu stabilisieren, bevor man eine Dividende ausschüttet. Seit 2003 können sich die Investoren aber über eine Gewinnbeteiligung freuen. Seitdem wird sie auch Jahr für Jahr gesteigert. Die Dividendensteigerungsrate der letzten 10 Jahre beträgt durchschnittlich ordentliche 14,6%. Da erscheint die Dividendenrendite von aktuell 1,2% gar nicht mal so schlecht. Der Hightech-Konzern hat zudem einem Aktienrückkaufprogramm zugestimmt, was den Kurs sicher weiter beflügeln dürfte.

Fazit:
Wow, was für ein Unternehmen. Ich muss zugeben, dass ich (abgesehen von der Arbeit) fast ausschließlich Apple Produkte benutze - glücklicherweise habe ich sie auch im Depot. Microsoft ist ebenso ein wirklich top solides Unternehmen und gerade vom Gründer Bill Gates bin ich total fasziniert. An der Stelle möchte ich noch kurz die Dokureihe Inside Bill's Brain empfehlen.

Epilog · 1. November 2026

Was daraus wurde

Seit diesem Artikel sind 6 Jahre und 11 Monate vergangen. Hätte man am Tag der Veröffentlichung 1.000 € investiert, stünde man heute hier:

Microsoft, inkl. Dividenden3.654 €
Dieselben 1.000 € in Bitcoin10.837 €

Bitcoin lag vorne.

1.000 €, investiert am Tag dieses Artikels
17. November 2019heute
  • Microsoft, inkl. Dividenden:
  • Dieselben 1.000 € in Bitcoin:
Wochenkurse inklusive reinvestierter Dividenden, ohne Gebühren und Steuern. Stand: 1. November 2026.

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