Benedikt Stafflinger
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DividendeOhneEnde · 29. September 2019

Novartis

Der Schweizer Pharma-Gigant

Block 597.115 · 4 Min. Lesezeit

Steckbrief
Ticker
NOVN.SW
ISIN
CH0012005267
WKN
904278
Land
Schweiz
Branche
Gesundheit
Sektor
Pharmazie
Börsenwert
172,2 Mrd. $
Dividendenrendite
4,10 %
Ausschüttung
jährlich
Erste Dividende
1996
Status
Dividendenaristokrat
BDOE-Score23 Punkte
Dividendenrendite
4,1 %
Dividendenwachstum
2,7 %
Ausschüttungsquote
32,8 %
Kurszuwachs
69,1 %
Gewinnwachstum
27,2 %
Umsatzwachstum
-0,1 %
Verschuldungsgrad
25,3 %

Der DOE-Score war meine damalige Bewertung aus diesen Kennzahlen, von A (sehr gut) bis E. Stand der Kennzahlen: 11. Oktober 2022, kurz vor dem Ende des Blogs.

Inhalt

Steht eine neue Wachstumsphase bevor?

Pharmakonzerne haben kein leichtes Spiel. Jahrelang steckt man viel Geld in die Erforschung eines neuen Medikaments - wurde die Wirkung nachgewiesen, erhält man mit Glück eine Verkaufszulassung. In den meisten Fällen werden solche Präparate schnell patentiert, doch diese Patente laufen irgendwann aus und der Markt wird mit Nachahmerprodukten überschwemmt. Aus diesem Grund halte ich vor allem kleinere Pharmaunternehmen für ziemlich spekulativ.

Novartis hingegen kennt das Spiel und beweist seit mehreren Jahrzehnten, dass man auch in dieser Branche hochprofitabel unterwegs sein kann. Zuletzt hat der Pharma-Riese seine Augenheil-Tochter Alcon an die Börse gebracht, da man sich wieder voll und ganz auf seine Kernkompetenzen konzentrieren möchte. Ich halte das für den richtigen Schritt, um endlich wieder aus der Seitwärtsbewegung des Aktiencharts auszubrechen und eine neue Wachstumsphase einzuleiten.

Die Entstehung und das Geschäftsmodell der Novartis AG

Novartis entstand im Jahr 1996 durch die Fusion mehrerer Chemie- und Pharmaunternehmen. Aber der Reihe nach. Im Jahr 1785 wagte Johann Rudolf Geigy-Gemuseus in Basel den Schritt in die Selbstständigkeit. Er handelte mit Materialien, Chemikalien, Farbstoffen und Heilmitteln aller Art. Als er 1793 verstarb, wurde das Geschäft von seiner Familie fortgeführt. Auch sein Urenkel Johann Rudolf Geigy-Merian absolvierte eine Ausbildung im Familienbetrieb. Nachdem er anschließend 5 Jahre als Kaufmann in Frankreich, England und Indien unterwegs war, errichtete er im Jahr 1857 zusammen mit seinem Kollegen Johann Jakob Müller-Pack ein Farbextraktionswerk. Dort begannen sie 2 Jahre später synthetisches Fuchsin, einem rotblauen Farbstoff, herzustellen.

Bereits im Jahr 1901 wurde man zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt, den Namen änderte man allerdings erst später zu J.R. Geigy AG. Geigy führte das Unternehmen dank internationalem Vertrieb und Großproduktionen in das industrielle Zeitalter. Auch nach seinem Tod investierten die Vorstände den Gewinn stets in die Weiterentwicklung und Erforschung neuer Produkte. So brachten sie 1935 ein Insektenvernichtungsmittel auf den Markt und errichteten wenig später eine eigene pharmazeutische Abteilung. Zwischen 1940 und 1960 entwickelten sie dort einige wichtige Präparate, wie Schmerzmittel, Psychopharmaka, Bluthochdruckmittel und Umkraufbekämpfungsmittel.

Auch Alexander Clavel begann 1859 mit der Produktion von Fuchsin in seiner Seidenfärberei in Basel. Seine Firma, die Gesellschaft für Chemische Industrie Basel (kurz Ciba) konzentrierte sich später auch vermehrt auf pharmazeutische Produkte. So brachte auch Ciba 1954 ein Insektizid auf den Markt, später folgten noch Blutkrankheitsbehandlungsmittel. Im Jahr 1970 fusionierte Ciba mit der J.R. Geigy AG - die Ciba-Geigy AG entstand. Zu guter Letzt gründeten auch Alfred Kern und Edouard Sandoz 1886 ihr Chemieunternehmen in Basel. Auch sie stellten anfangs Farbstoffe her und erweiterten dann ihr Geschäftsspektrum um die Pharmazie. Sie brachten nicht nur fiebersenkende Medikamente auf den Markt, sondern 1943 auch das Psychopharmakon LSD - erst in den 1960ern wurde es wieder zurückgezogen. Im Jahr 1996 fusionierte Sandoz mit Ciba-Geigy AG und Novartis war geboren. Heute ist Novartis eines der weltweit größten Pharmakonzerne, das sowohl zahlreiche verschreibungspflichtige, als auch verschreibungsfreie Produkte vertreibt. Des Weiteren hat Novartis auch eine Vielzahl an Medikamenten in der Pipeline, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen könnten.

Was passiert bei Novartis in den nächsten Jahren?

Wie schon in der Einleitung beschrieben, hat sich Novartis vor kurzem von seinem Tochterunternehmen Alcon getrennt. Alcon ist Augenheilkunde-Experte und stattet Augenärzte mit Lasern und Ultraschallgeräten aus. Außerdem stellen sie eigene Kontaktlinsen her. Novartis wollte sich mit dem Unternehmen breiter diversifizieren, allerdings lief das Geschäft nicht wie erhofft. Seit April 2019 ist Alcon als eigenständiges Unternehmen an der Börse gelistet und Novartis kann sich wieder komplett auf sein Pharmageschäft fokussieren.

Neben etwa 200 Medikamenten, die Novartis aktuell in der klinischen Entwicklung hat, forschen die Mitarbeiter immer weiter an innovativen und wirkungsvollen Medikamenten. So startete man 2018 eine Kooperation mit dem kanadischen Cannabis-Hersteller Tilray. Man möchte Tilray's nicht-rauchbares medizinisches Marihuana vermarkten, gemeinsame Produkte entwickeln und Ärzte und Apotheker über die Vorzüge von Cannabis aufklären.

Zuletzt bekam Novartis die Zulassung für Zolgensma in den USA. Hierbei handelt es sich um das teuerste Medikament der Welt. Über 2 Millionen Dollar kostet die Gentherapie - dafür nur einmalig. Bei Alternativprodukten wie Spinraza liegen die Behandlungskosten bereits nach circa 13 Jahren schon bei rund 4-5 Millionen US-Dollar. Das Medikament wird bei Kleinkindern eingesetzt, die an einer Muskelkrankheit leiden, die leider sehr oft tödlich endet. Wann die Zulassung für die EU erfolgt, ist allerdings noch ungewiss.

Und wie steht's um die Dividende?

Seit der Fusion im Jahr 1996 zu Novartis zahlt der Pharmakonzern auch eine Dividende an seine Aktionäre. Noch dazu wird die Gewinnbeteiligung auch seit 22 Jahren regelmäßig angehoben. In den letzten 10 Jahren betrug die Dividendensteigerungsrate zwar nur 4 Prozent, dafür ist die Dividendenrendite mit aktuell 3,3 Prozent nicht von schlechten Eltern. Und mit einer Ausschüttungsquote von etwas mehr wie 53% bleibt immer noch genug Geld im Konzern für Forschung und Entwicklung.

Fazit:
Der Erfolg eines Pharmaunternehmens hängt von sehr vielen Faktoren ab. Wird das Medikament zugelassen? Kann ich es so vertreiben, dass ich am Ende damit noch Gewinn mache? Was mache ich, wenn mein Patent ausläuft? All das sind Fragen, die sich auch Novartis stellen muss - doch entgegen anderer Unternehmen ist der Schweizer breit aufgestellt und kann Schwächephasen einzelner Medikamente leichter wegstecken. Wer also seinem Depot ein wenig Pharma beimischen möchte, ist hier bei Novartis sicher gut aufgehoben.

Epilog · 1. November 2026

Was daraus wurde

Seit diesem Artikel sind 7 Jahre und 1 Monat vergangen. Hätte man am Tag der Veröffentlichung 1.000 € investiert, stünde man heute hier:

Novartis, inkl. Dividenden2.521 €
Dieselben 1.000 € in Bitcoin9.354 €

Bitcoin lag vorne.

1.000 €, investiert am Tag dieses Artikels
29. September 2019heute
  • Novartis, inkl. Dividenden:
  • Dieselben 1.000 € in Bitcoin:
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