
DividendeOhneEnde · 3. April 2022
Exponent
Ein Fall für Profis

- Ticker
- EXPO
- ISIN
- US30214U1025
- WKN
- 880114
- Land
- USA
- Branche
- Industrie
- Sektor
- Industrielle Dienste
- Börsenwert
- 4,7 Mrd. $
- Dividendenrendite
- 1,00 %
- Ausschüttung
- quartalsweise
- Erste Dividende
- 2013
- Status
- Dividendenanwärter
- Dividendenrendite
- 1 %
- Dividendenwachstum
- 19 %
- Ausschüttungsquote
- 48,7 %
- Kurszuwachs
- 536,4 %
- Gewinnwachstum
- 22,3 %
- Umsatzwachstum
- 7,9 %
- Verschuldungsgrad
- 1,6 %
Der DOE-Score war meine damalige Bewertung aus diesen Kennzahlen, von A (sehr gut) bis E. Stand der Kennzahlen: 11. Oktober 2022, kurz vor dem Ende des Blogs.
Inhalt
Beratungskonzern mit Doktortitel
Manchmal passieren tragische und schreckliche Dinge. Damit meine ich nicht größenwahnsinnige Herrscher, die mit aller Gewalt ihr Reich erweitern wollen, ich meine tatsächlich Unfälle und Katastrophen. Mal stürzt ein Flugzeug aus heiterem Himmel ab, mal sackt eine Hoteletage in sich zusammen oder ein wichtiges Bauelement in einem Auto löst sich bei Sturm und Wetter. In den meisten Fällen ist es nicht leicht, hier ohne Weiteres eine Ursache festzustellen - ein klarer Fall für Profis also.
Die amerikanische Exponent Inc. ist genau solch ein technisches und wissenschaftliches Beratungsunternehmen, das Lösungen für komplexe Probleme anbietet. Man hat sich darauf spezialisiert, Ausfälle und Maschinenversagen genauer zu analysieren und vorbeugend bereits in der Produktentwicklung wichtige Erkenntnisse zu liefern. Abgesehen davon unterstützt man seine Kunden bei allen dringenden und komplizierten Fragen der menschlichen Gesundheit, der Umwelt und technischen Regularien im Zusammenhang mit neuen Innovationen und Prozessen. Über 70 Prozent der über 1.200 Mitarbeiter besitzt einen akademischen Abschluss auf ihrem Fachgebiet, rund 55 Prozent der Belegschaft sogar einen Doktortitel. Als Anleger haben wir hier also die Möglichkeit, in die klügsten Köpfe unserer Zeit zu investieren.
Die Entstehung und das Geschäftsmodell der Exponent Inc.
Die Geschichte des heutigen Beratungskonzerns findet ihren Ursprung am 9. Mai 1936 als Alan Stephan Tetelman in New York City geboren wurde. Er war ein aufgeweckter und wissbegieriger Junge. Nach seinem Abschluss an der Riverdale Highschool besuchte er die Yale University, an der er in Metallurgie erst seinen Bachelor, dann seinen Master und schließlich seinen Doctor of Science erfolgreich absolvierte. Seine Dissertation sorgte schon damals für großes Aufsehen in der Fachwelt - man sprach von einer experimentellen und theoretischen Meisterleistung. Anschließend verbrachte er ein Jahr als Postdoktorand der National Science Foundation an der Universität von Paris, ehe er zurück in den Vereinigten Staaten in das wissenschaftliche Labor der Ford Motor Company eintrat. Innerhalb weniger Jahre erarbeitete sich Alan einen internationalen Ruf, verließ Ford und begann als Professor an der Stanford University zu unterrichten.
Neben seinem Fachwissen in Metallurgie, hatte Alan auch ein ausgezeichnetes Gespür für lukrative Geschäfte. Als er feststellte, dass Anwaltskanzleien und Versicherungen regelmäßig Experten zu den unterschiedlichsten Themen zurate zogen und kompetente Analysen und Gutachten benötigten, fackelte er nicht lange und besprach die Idee mit seinen Kollegen. Als er im April 1967 mit zwei weiteren Stanford-Professoren und zwei Ingenieuren des Stanford Research Institute bei einem Mittagessen in The Oasis, einem Burger-Lokal in Menlo Park, saß, gründeten sie kurzerhand gemeinsam ihre eigene Beratungsfirma mit dem Namen Failure Analysis Associates (FaAA). Alan scherzte über den Firmennamen: Ein Drittel der kalifornischen Start-ups wären Versager (engl. Failure) und die restlichen zwei Drittel würden sich nur mit Analysen beschäftigen. Das junge Gründerteam war bestens mit weiteren Experten vernetzt, sodass sie stets auf das benötigte Fachwissen zurückgreifen konnten, wenn es benötigt wurde. In den Anfangsjahren analysierte man schwerpunktmäßig Struktur- und Systemfehler, wie Rohrleitungslecks, der Versorgungs- und Kernkraftindustrie. Zunehmend erweiterte man die Branchen, in denen man Fehleranalysen anbot. Auch Regierungsbehörden griffen regelmäßig auf das exzellente Fachwissen der FaAA zurück. Als im September 1978 ein Navy-Flugzeug abstürzte, machte sich Alan prompt auf den Weg von Sacramento nach San Diego, um die Ursache des Absturzes zu ermitteln. Tragischerweise kollidierte das Linienflugzeug, in dem er saß, mit einer privaten Cessna, wobei insgesamt 144 Menschen ums Leben kamen.
In den folgenden Jahren kamen neue wissenschaftliche Disziplinen hinzu, unter anderem das Bauingenieurwesen, die Elektrotechnik, die Biomechanik oder die Datenanalyse. 1985 erwarb man ein 147 Hektar großes Testgelände, auf dem man Fahrzeughöchstleistungen und Zusammenstöße auf der Straße unter nahezu allen Bedingungen nachstellen konnte. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse unterstützten die Automobilbranche bei ihren Produktentwicklungen. Gegen Ende des Jahres 1990 ging man mit dem Kürzel FAIL an die NASDAQ. Mit dem frischen Kapital des Börsengangs tätigte man eine Reihe sinnvoller Geschäftsübernahmen und da man sich zunehmend breiter aufstellte und inzwischen weit mehr als nur Fehleranalysen anbot, entschied man sich im Jahr 1998 für einen Namenswechsel. Die Exponent Inc. konnte sich seitdem hervorragend entwickeln. Heute deckt das Beratungsunternehmen mehr als 90 verschiedene technische und wissenschaftliche Disziplinen ab und verfügt über 30 Niederlassungen in den USA, Großbritannien, der Schweiz und Asien.
Wie kann sich Exponent in Zukunft weiterentwickeln?
Zunächst möchte ich noch mal kurz das Geschäftsmodell des Beraterkonzerns zusammenfassen. Exponent ist ein wissenschaftliches und technisches Beratungsunternehmen, das, um es grob zu sagen, Lösungen für komplexe Probleme anbietet, mit denen Unternehmen und Behörden tagtäglich konfrontiert sind. Man beschäftigt mehr als 1.200 Mitarbeiter, bestehend aus Wissenschaftlern, Ingenieuren, Unternehmensberatern und Regulierungsexperten. Wie bereits in der Einleitung angesprochen, besitzt die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter einen akademischen Abschluss auf ihrem jeweiligen Fachgebiet - mehr als die Hälfte aller Mitarbeiter sogar einen Doktortitel oder noch höhere wissenschaftliche Grade.
Werfen wir nun einen Blick auf die Daten des zuletzt veröffentlichten Quartals (Q4 2021 - endete am 31.12.2021) und damit verbunden auf das Gesamtjahr 2021. Im vierten Quartal lag der Gesamtumsatz bei 113,5 Mio. US-Dollar, einer Steigerung von 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Aufgrund einiger höherer Ausgaben sank der Nettogewinn von 21,8 Mio. US-Dollar im Q4 2020 auf nun 20,4 Mio. US-Dollar. Aufs Gesamtjahr 2021 betrachtet lag der Umsatz mit 466,3 Mio. US-Dollar stolze 16,6 Prozent über dem Ergebnis aus dem Vorjahr. Auch den Gewinn konnte man ordentlich steigern: Waren es im Geschäftsjahr 2020 noch 82,6 Mio. US-Dollar (1,55 US-Dollar je Aktie), erwirtschaftete Exponent im Geschäftsjahr 2021 einen Gewinn von 101,2 Mio. US-Dollar, bzw. 1,90 US-Dollar je Aktie. Das ist doch mal ein schönes Wachstum, oder nicht?
So wie ich das beobachten kann, befindet sich Exponent in einer schönen Aufwärtsspirale. Man bekommt immer mehr Aufträge, weil man die entsprechenden Mitarbeiter mit Know-how hat. Und man bekommt immer mehr Mitarbeiter, weil man sich wichtige und große Aufträge sichert. Unsere Welt wird immer komplexer und bei Themen wie Nachhaltigkeit oder künstliche Intelligenz stehen noch so einige Fragen offen im Raum. Die Auftragsbücher bei Exponent dürften also auch in den nächsten Jahren gut ausgelastet sein. Und um sich auch zukünftig gut aufzustellen, investiert man nicht nur in die Weiterbildung seiner Mitarbeiter, sondern kauft auch geeignete Unternehmen auf. Alles in allem muss ich sagen, dass Exponent ziemlich vielversprechend aussieht.
Wie sieht es mit der Dividende aus?
Eine Gewinnbeteiligung in Form von Dividenden erhalten Exponent-Aktionäre erst seit dem Jahr 2013. Zuvor nutzte das Beratungsunternehmen die Gewinne, um zu wachsen und geeignete Übernahmekandidaten aufzukaufen. Seit Beginn der Dividendenzahlung ist es Exponent in jedem Jahr gelungen, die Dividende zu steigern - in einem beachtlichen Tempo. Betrachtet auf den letzten 5 Jahren liegt die durchschnittliche Dividendensteigerungsrate bei starken 17,7 Prozent. Bei solchen Werten wirkt die aktuelle Dividendenrendite in Höhe von 0,8 Prozent gleich deutlich attraktiver. Auch die Ausschüttungsquote mit 44,2 Prozent kann sich sehen lassen. Es bleibt genug Geld im Unternehmen, um auch zukünftig zu wachsen und auch um in den nächsten Jahren die Dividende weiter zu steigern.
Fazit:
Die Exponent Inc. entwickelte sich von einem kleinen 5-Mann-Expertenteam zu einem global aktiven Beratungskonzern mit beachtlichem Wachstum. Unternehmenskunden werden auch zukünftig nicht auf das Exponent-Fachwissen verzichten können, weshalb ich recht optimistisch bin, was die Zukunft des Unternehmens angeht. Langfristinvestoren sollten sich diese Aktie mit Sicherheit noch mal genauer ansehen.
Epilog · 1. November 2026
Was daraus wurde
Seit diesem Artikel sind 4 Jahre und 6 Monate vergangen. Hätte man am Tag der Veröffentlichung 1.000 € investiert, stünde man heute hier:
Bitcoin lag vorne.
- Exponent, inkl. Dividenden:
- Dieselben 1.000 € in Bitcoin:


