
DividendeOhneEnde · 7. Juli 2019
Royal Dutch Shell
Gibt endlich wieder Gas!

- Ticker
- SHELL.AS
- ISIN
- GB00BP6MXD84
- WKN
- A3C99G
- Land
- Großbritannien
- Branche
- Energie
- Sektor
- Erdöl/Gas
- Börsenwert
- 196,9 Mrd. $
- Dividendenrendite
- 3,90 %
- Ausschüttung
- quartalsweise
- Erste Dividende
- 1945
- Status
- Dividendenanwärter
- Dividendenrendite
- 3,9 %
- Dividendenwachstum
- -13 %
- Ausschüttungsquote
- 22,6 %
- Kurszuwachs
- 3,5 %
- Gewinnwachstum
- 27,9 %
- Umsatzwachstum
- 1,1 %
- Verschuldungsgrad
- 18,7 %
Der DOE-Score war meine damalige Bewertung aus diesen Kennzahlen, von A (sehr gut) bis E. Stand der Kennzahlen: 11. Oktober 2022, kurz vor dem Ende des Blogs.
Inhalt
Hat mehr in der Pipeline als nur Mineralöl
Im Gegensatz zur Aptargroup, die ich letzte Woche vorgestellt habe, ist Shell der breiten Bevölkerung als Kraftstofflieferant ein geläufiger Begriff. Mit knapp 2.000 Straßentankstellen in Deutschland ist man sehr gut positioniert - auch wenn die Aral aktuell noch die Nase vorn hat. Doch wir Aktionäre kennen und lieben unsere Royal Dutch Shell aus einem ganz anderen Grund - nämlich wegen der saftigen Dividende.
Doch kommt nicht irgendwann der Moment, in dem das letzte Erdöl gefördert wurde? Fahren nicht eh bald alle Autos mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb? Und wie sieht es eigentlich mit dem moralischen Gesichtspunkt bei so einem Investment aus? Schließlich sind die Ölkonzerne nicht gerade für ihren Klimaschutz bekannt ...
Die Entstehung und das Geschäftsmodell der Royal Dutch Shell Public Limited Company
Die Geschichte des Ölmultis Shell geht auf das Jahr 1833 zurück, als der Händler Marcus Samuel ein Kuriositätengeschäft in London eröffnet. Ein großer Teil seines Geschäftes bestand darin, Muscheln (englisch: Shell) aus dem Fernen Osten zu importieren und zu verkaufen. Die orientalischen Sammlerobjekte waren sehr beliebt und das Geschäft lief super, sodass seine beiden Söhne das Geschäft nach seinem Tod 1872 übernahmen.
In den 1880er-Jahren interessierten sich die beiden besonders für das Ölexportgeschäft. Allerdings stellte die Schifffahrt ein Problem dar - Ölfässer konnten auslaufen und nahmen sehr viel Platz in Anspruch. Also gaben sie eine Flotte von großräumigen Dampfern in Auftrag. So durchquerte 1892 der erste Öltanker Murex den Suezkanal und die Brüder änderten ihren Firmennamen zu "The Shell Transport and Trading Company". Aus Respekt ihrem Vater gegenüber behielten sie den etablierten Shell-Namen und auch das Logo wurde nur leicht abgewandelt.
Wenig später bauten sie ihr Transportgewerbe weiter aus. Die erste Ölförderung in Balikpapan (Indonesien) und anschließende Raffinierung kamen hinzu. Leider musste Shell diese Raffinerie später wieder zerstören, da die USA Japan im 2. Weltkrieg den Krieg erklärten. 1901 wurde auch in Texas Öl gefunden und man sicherte sich die Transport- und Vertriebsrechte vom Hauptkonkurrenten Standard Oil. Wegen einer Überproduktion war allerdings bereits 1902 schon alles aufgebraucht.
In derselben Zeit hat ein kleiner Wettbewerber namens Royal Dutch damit begonnen, eine eigene Tanker-Flotte und in Asien eine bessere Vertriebsorganisation aufzubauen. Daraufhin wurde die Hälfte der Shell-Flotte bis auf weiteres lahmgelegt. Natürlich gab man sich damit nicht zufrieden und so fusionierte man 1907 - die Royal Dutch Shell Group war entstanden. Auch heute noch wird der Tag, an dem das Telegramm zur Ankündigung dieser Fusion einging - der 23. April - als Geburtstag von Shell gefeiert.
Auch noch über 100 Jahre später zählt Royal Dutch Shell zu den größten Mineralöl- und Erdgas-Unternehmen der Welt. Auch zuletzt deshalb, weil man 2016 die britische BG Group übernommen hat. Mit dem 45 Milliarden Euro Kauf hat man sein Öl- und Gasportfolio erheblich ausgebaut. Zudem gründete Shell im selben Jahr sein Geschäft mit erneuerbaren Energien - man möchte sich hier auf die Erforschung und Entwicklung kommerzieller Möglichkeiten der Wind- und Solarenergie konzentrieren.
Wie wird es bei Royal Dutch Shell weitergehen?
Nun, der Energiebedarf wird die nächsten Jahrzehnte noch deutlich weiter ansteigen. Vor allem die Entwicklungsländer sind hier die ganz großen Treiber. Sicherlich bzw. hoffentlich können wir einen Großteil des Bedarfs bald aus erneuerbaren Energien stemmen, nichtsdestotrotz werden aber auch Öl & Gas weiterhin dringend benötigt. Vielleicht fahren irgendwann alle Autos mit Elektromotoren oder anderen Brennstoffen, aber deshalb wird Royal Dutch Shell auch nicht pleitegehen. Der Rohstoff Öl wird in so vielen Industriesparten benötigt, dass wir noch lange davon abhängig sein werden. Kunststoffe, Schmieröle, ja selbst der Asphalt, auf dem unsere Autos fahren, bestehen zum Teil aus Erdöl.
Abgesehen davon baut der Energieriese aktuell seine Position auf dem Stormversorgermarkt erheblich aus. So möchte man bereits 2030 1/3 seiner Einnahmen mit Elektrizität erwirtschaften. Um dieses Ziel auch zu erreichen, war man kürzlich auf einem kleinen Shopping-Trip. Nun gehören der britische Stromversorger First Utility, der E-Ladestationbetreiber New Motion und der bayrische Solarbatteriehersteller Sonnen zum Großkonzern. Damit noch nicht genug: bald soll auch der niederländische Stromerzeuger Eneco dazugehören - dieser ist übrigens in Deutschland mit der Ökostromtocher LichtBlick vertreten.
Wie stabil ist die Dividende von Royal Dutch Shell?
Die letzte Dividendenkürzung musste Shell im 2. Weltkrieg bekannt geben. Seitdem ist sie entweder stückweise angestiegen oder auf einem Level gleichgeblieben - ein Dividendenaristokrat ist Shell somit leider nicht. Aber die ordentliche Dividendenrendite von aktuell 5,8% kann sich in Zeiten der Null-Zins-Politik sehen lassen. Auch wenn ich die relativ hohe Ausschüttungsquote von knapp 70% nicht schön finde, ist Royal Dutch Shell für mich eine super Dividend Income Aktie.
Fazit:
Der Ölkonzern Royal Dutch Shell zählt sicher nicht zu den ökologischsten Unternehmen und auch wenn man in Zukunft mehr auf erneuerbare Energien setzt, kann ich die moralischen Bedenken einiger Aktionäre nachvollziehen. Schaut man sich den Aktienchart an, stellt man schnell fest, dass es sich hierbei auch nicht um ein Wachstumswunder wie z.B. Ecolab handelt. Die Dividende hingegen ist einfach erstklassig und das seit über 70 Jahren.
Epilog · 1. November 2026
Was daraus wurde
Seit diesem Artikel sind 7 Jahre und 3 Monate vergangen. Hätte man am Tag der Veröffentlichung 1.000 € investiert, stünde man heute hier:
Bitcoin lag vorne.
- Royal Dutch Shell, inkl. Dividenden:
- Dieselben 1.000 € in Bitcoin:
